Anthropic stellt Claude Fable 5 und Mythos 5 vor: Die leistungsfähigsten Claude-Modelle mit neuen Sicherheitsvorkehrungen

Anthropic hat mit Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 zwei neue Spitzenmodelle der Mythos-Klasse vorgestellt. Fable 5 gilt als das bisher leistungsfähigste öffentlich verfügbare Modell des Unternehmens und setzt neue Maßstäbe in Softwareentwicklung, wissenschaftlicher Forschung und Bilderkennung. Gleichzeitig hat Anthropic umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen implementiert, um Risiken zu minimieren. In diesem Artikel erfahren Sie alle Details zur Leistungsfähigkeit, den neuen Schutzmechanismen und der Verfügbarkeit.

Claude Fable 5: Spitzenleistungen mit Sicherheitsgarantie

Claude Fable 5 übertrifft laut Anthropic die Fähigkeiten aller bisher öffentlich zugänglichen Modelle des Unternehmens. Es liefert State-of-the-Art-Ergebnisse in nahezu allen getesteten Benchmarks und zeigt herausragende Leistungen in Software Engineering, wissensintensiven Aufgaben, Vision und wissenschaftlicher Forschung. Besonders bei langen und komplexen Aufgaben lässt Fable 5 alle Vorgängermodelle deutlich hinter sich.

Mit der enormen Leistungsfähigkeit gehen jedoch auch Risiken einher. Ohne entsprechende Schutzmechanismen könnten die fortschrittlichen Cybersecurity-Fähigkeiten des Modells missbraucht werden. Aus diesem Grund hat Anthropic Fable 5 mit konservativ eingestellten Sicherheitsklassifikatoren ausgestattet, die bei bestimmten Anfragen automatisch auf Claude Opus 4.8 ausweichen.

Praxiserprobte Leistungsstärke

Die Benchmarks und frühen Nutzerberichte bestätigen die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Fable 5. Im Software Engineering konnte das Modell bei Stripe eine umfassende Migration in einem 50 Millionen Zeilen umfassenden Ruby-Codebase an einem Tag durchführen – eine Aufgabe, die einem Team manuell über zwei Monate beschäftigt hätte. Auch bei Cognitions FrontierCode-Bewertung, die schwierige Coding-Aufgaben unter Produktionsstandards testet, erzielte Fable 5 die höchsten Werte unter den Frontier-Modellen.

Auch im Bereich Wissensarbeit übertrifft Fable 5 die Konkurrenz. Auf dem Hebbia Finance Benchmark für fortgeschrittenes Reasoning erzielte es die höchsten Werte bei der Dokumentenanalyse, der Interpretation von Diagrammen und der Problemlösung. Der Finanzdienstleister IMC bestätigte herausragende Ergebnisse in der Handelsanalyse, der Ursachenanalyse und der Erwartungswertberechnung.

Fortschritte in Vision und Langzeitgedächtnis

Fable 5 setzt neue Maßstäbe in der visuellen Verarbeitung. Das Modell kann präzise Daten aus wissenschaftlichen Abbildungen extrahieren und komplexe Aufgaben wie die Rekonstruktion von Quellcode allein auf Basis von Screenshots durchführen. Beim Spielen von Slay the Spire mit persistentem Speicher verbesserte sich die Leistung im Vergleich zu Opus 4.8 um das Dreifache, und das Modell erreichte das finale Spielsegment dreimal häufiger.

Durchbrüche in den Lebenswissenschaften

Mit Claude Mythos 5 konnten interne Experten für Proteindesign Prozesse im Bereich der Arzneimittelforschung um etwa das Zehnfache beschleunigen. Das Modell entwickelte eigenständig neuartige wissenschaftliche Hypothesen in der Molekularbiologie, von denen eine unabhängig in einer externen Studie bestätigt wurde. Neun von 14 untersuchten Proteinzielen lieferten vielversprechende Kandidaten für die Arzneimittelentwicklung.

Neue Sicherheitsvorkehrungen und Klassifikatoren

Die Einführung von Fable 5 erfolgte mit einem verstärkten Sicherheitskonzept. Das Modell nutzt separate KI-Systeme als Klassifikatoren, die potenzielle Missbrauchsfälle und Jailbreak-Versuche erkennen. Werden Anfragen in den Bereichen Cybersecurity, Biologie, Chemie oder Destillation erkannt, erfolgt eine automatische Ausweichung auf Claude Opus 4.8, über die Nutzer informiert werden.

Die Klassifikatoren wurden intensiv intern und extern getestet. Ein externes Bug-Bounty-Programm über mehr als 1.000 Stunden sowie Red-Team-Übungen ergaben keine universellen Jailbreaks. Dennoch räumt Anthropic ein, dass die Vorkehrungen derzeit noch konservativ ausgelegt sind. In durchschnittlich weniger als fünf Prozent der Sitzungen werden auch harmlose Anfragen ausgelöst, was zu gelegentlichen Fehlalarmen führt.

Geänderte Datenaufbewahrung

Für Mythos-Klasse-Modelle gilt ab sofort eine 30-tägige Aufbewahrungspflicht für alle Daten. Diese werden ausschließlich für Sicherheitszwecke genutzt und nicht zum Training neuer Modelle verwendet. Menschlicher Zugriff wird protokolliert und die Daten werden nach Ablauf der Frist in fast allen Fällen gelöscht.

Claude Mythos 5 und das Trusted-Access-Programm

Parallel zu Fable 5 startet Anthropic Claude Mythos 5 für eine eingeschränkte Gruppe von Cyberverteidigern und Infrastrukturanbietern. Es handelt sich um dasselbe Basismodell wie Fable 5, jedoch mit aufgehobenen Sicherheitsbeschränkungen in ausgewählten Bereichen. Der Zugang erfolgt zunächst über Project Glasswing in Kooperation mit der US-Regierung.

Zukünftig plant Anthropic die Erweiterung des Trusted-Access-Programms auf weitere Cybersecurity-Organisationen und Biomediziner. Ein spezielles Biologie-Programm soll ausgewählten Forschern den Zugang zu Mythos-5-Fähigkeiten ohne Biologie- und Chemie-Sperren ermöglichen, während die Cybersecurity-Beschränkungen weiterhin bestehen bleiben.

Verfügbarkeit und Preisgestaltung

Claude Fable 5 ist ab sofort weltweit verfügbar. Der Preis liegt bei 10 Dollar pro Million Input-Tokens und 50 Dollar pro Million Output-Tokens, was weniger als die Hälfte der Kosten für Claude Mythos Preview ausmacht. Über die Claude API können Entwickler das Modell sofort nutzen.

Abonnenten der Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Tarife erhalten Fable 5 bis zum 23. Juni 2025 kostenlos inklusive. Danach ist die Nutzung über Verbrauchsguthaben möglich. Anthropic strebt an, das Modell sobald wie möglich wieder als Standardbestandteil der Abonnements anzubieten, sobald die Kapazitäten dies erlauben.

Fazit

Mit Claude Fable 5 und Mythos 5 stellt Anthropic einen bedeutenden Fortschritt in der KI-Entwicklung dar. Die Modelle vereinen bahnbrechende Leistungsfähigkeit mit einem verantwortungsvollen Sicherheitsansatz. Ob für Softwareentwicklung, wissenschaftliche Forschung oder komplexe Analysen – die neue Generation der Claude-Modelle eröffnet Nutzern und Forschern gleichermaßen neue Möglichkeiten.

Quelle: Anthropic Blog

Becker Julian