Die Regierung von Alberta setzt seit 2025 auf Claude Code, um ihre IT-Systeme auf Schwachstellen zu prüfen und Sicherheitslücken zu schließen. Ein spezialisiertes Team scannte dabei 466 Millionen Zeilen Code in nur 20 Stunden und entwickelte neue Werkzeuge für eine nachhaltig sicherere Infrastruktur. Wir zeigen Ihnen, wie die kanadische Provinz mit KI eine Aufgabe meistert, die traditionell Jahre gedauert hätte.
Kanadas Vorreiterrolle in der KI-gestützten Cybersicherheit
Die kanadische Provinz Alberta hat ein ehrgeiziges Projekt gestartet, um ihre gesamte digitale Infrastruktur auf den neuesten Stand zu bringen. Das Ministerium für Technologie und Innovation übernimmt dabei die Verantwortung für alle 27 provinzialen Ministerien – von sozialen Diensten über öffentliche Sicherheit bis hin zum Waldbrandmanagement. Insgesamt verwaltet das Team rund 1.280 Anwendungen und 3.400 Code-Repositories.
Bisher wurden diese Systeme nie einer umfassenden Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Die technische Schuld summiert sich auf Milliarden Dollar an unsicherem Code, unbehobenen Fehlern und veralteter Software. Da die Systeme hochsensible Daten wie Steuerunterlagen und Sozialakten enthalten, erforderte die Lage ein neues Vorgehen.
Nate Glubish, Albertas Minister für Technologie und Innovation, unterstrich die Dringlichkeit des Projekts: Die Bürger vertrauten der Regierung die sensibelsten Informationen an, daher sei Schutz oberste Priorität. Mit KI habe man in Stunden erreicht, was traditionell Jahre gedauert hätte.
Rekordverdächtige Effizienz bei der Code-Analyse
Mit Unterstützung der KI-Modelle Claude Opus und Sonnet scannte das Team jede einzelne Zeile des verfügbaren Codes. Rund 50 autonome Agenten arbeiteten parallel, um Sicherheitslücken, Schwächen in der Infrastruktur und Lücken in der technischen Dokumentation zu identifizieren.
Claude Code führte dabei eine zweistufige Prüfung durch. Zunächst filterte eine Regel-Engine bekannte Muster heraus. Anschließend überprüfte die KI jede Markierung und verwies auf die exakte Datei und Zeilennummer. Laut internen Schätzungen hätte ein solches Review mit traditionellen Methoden etwa 6,5 Jahre in Anspruch genommen.
Von der Analyse zur Behebung
Die KI übernahm nicht nur die Fehlersuche, sondern auch die Behebung. Wo eine Schwachstelle identifiziert wurde, generierte Claude Code oft direkt einen Patch, testete diesen und baute ihn ein. Fehlten automatisierte Tests, schrieb die KI diese zuerst.
Bei besonders veralteten oder komplexen Systemen erfolgte eine komplette Neuentwicklung in moderneren Sprachen. Ein ursprünglich vor 25 Jahren in Java handgeschriebenes Subventionsportal konnte so in nur vier bis fünf Tagen neu aufgebaut werden – im ersten Durchgang hatte der Bau fünf Monate gedauert. Alle Änderungen wurden vor dem Deployment von menschlichen Ingenieuren geprüft und freigegeben.
Kontinuierliche Überwachung durch spezialisierte Agenten
Das Cybersicherheitsteam entwickelte darüber hinaus ein System aus spezialisierten Review-Agenten. Ein Red-Team-Agent simuliert Angriffe von außen und kartiert mögliche Exploit-Pfade. Ein Blue-Team-Agent prüft die Verteidigungsmechanismen anhand internationaler Sicherheitsstandards und erstellt konkrete Behebungspläne.
Zusätzliche Agenten kontrollieren die Code-Qualität und die Verständlichkeit öffentlich sichtbarer Inhalte. Jede Anwendung wird bei jedem Durchlauf anhand von etwa 95 Sicherheitskontrollen geprüft. Die Agenten basieren auf dem Claude Agent SDK.
Wissenstransfer und Ausblick
Über die Alberta AI Academy bildet die Provinz sowohl Mitarbeiter als auch die Öffentlichkeit im effektiven Umgang mit KI weiter. Bereits Tausende Bedienstete und über 10.000 Bürger nutzten die Plattform.
Für die Zukunft plant Alberta die drastische Reduzierung von Legacy-Anwendungen. Ein Ministerium betreibt aktuell noch 185 veraltete Programme, die teuer zu warten sind. Ziel ist die Konsolidierung auf 16 moderne, wiederverwendbare Anwendungen.
Mit veröffentlichten White Papers und einem Industry Day im Juli möchte Alberta anderen Regierungen weltweit als Blaupause dienen.
Quelle: Anthropic News