Südkorea skizziert seine KI-Zukunft mit NVIDIA und Partnern auf dem AI Summit

Auf dem diesjährigen AI Summit in San Francisco präsentierte Südkorea gemeinsam mit NVIDIA und führenden Technologiepartnern seine ehrgeizige Roadmap für eine KI-getriebene Zukunft. Staatspräsident Jae Myung Lee und NVIDIA-CEO Jensen Huang betonten die strategische Bedeutung der langjährigen Zusammenarbeit für die globale KI-Infrastruktur. Doch welche konkreten Projekte stecken hinter der Vision, das Land zu einem weltweiten Zentrum für Künstliche Intelligenz zu machen?

Südkoreas KI-Moment: Tech-Titanen planen die Full-Stack-Zukunft

Die Bedeutung des globalen KI-Booms wurde am Freitag eindrucksvoll in San Franciscos Dogpatch-Viertel sichtbar. Im Veranstaltungsort Midway versammelten sich einige der einflussreichsten Köpfe der Tech-Branche, um Südkoreas Rolle in der nächsten Technologie-Epoche zu definieren. Präsident Lee Jae Myung verkündete ehrgeizige Pläne, die weit über bloße Teilnahme an der KI-Revolution hinausgehen: Das Land strebt danach, zu einem der zentralen Motoren der globalen Entwicklung zu werden.

Moderatorin Soh Kim von der Stanford University leitete eine hochkarätige Diskussionsrunde. Neben Präsident Lee teilten sich NVIDIA-Chef Jensen Huang, OpenAI-CEO Sam Altman, Broadcoms Hock Tan und Anthropic-Gründer Dario Amodei die Bühne. Aus Südkorea nahmen Samsung-Vorstandsvorsitzender Jay Y. Lee, SK Group Chairman Chey Tae-won, Hyundai Motor Group Chairman Euisun Chung und NAVER-Gründer Hae-jin Lee teil.

Die San Francisco KI-Erklärung

Lee eröffnete den Gipfel mit seiner San Francisco AI Declaration. Er zog dabei eine Linie zwischen dem Wiederaufbau der Stadt nach dem Erdbeben von 1906 und Südkoreas Aufstieg zur IT-Großmacht nach dem Krieg. Die Vision umfasst eine multi-billionenschwere Offensive in KI-Halbleiter, Hyperscale-Rechenzentren und Physical AI. Lee verglich das Aufkommen der Künstlichen Intelligenz mit der Wiederentdeckung des Feuers für die Menschheit.

Huang unterstrich die historische Dimension der Partnerschaft. Über 25 Jahre hinweg, von der Gaming-Kultur bis hin zum HBM-Speicher, der moderne KI-Systeme erst möglich macht, seien die Wege untrennbar verwoben. Ohne die Erfindung des HBM-Speichers in Südkorea hätte NVIDIA die heutigen Supercomputer nicht entwickeln können, erklärte Huang. Er bezeichnete die aktuelle Phase als goldenes Zeitalter für Südkorea.

Einstimmiges Votum der Branche

Die übrigen Tech-Führer bestätigten die zentrale Rolle des Landes. Sam Altman ließ keine Zweifel: Ohne Südkorea wäre die aktuelle KI-Revolution in dieser Form nicht möglich. Dario Amodei betonte, dass Südkorea durch den gesamten Stack hindurch präsent sei – von Halbleitern über Infrastruktur bis hin zu herausragendem Talent. SK-Chef Chey Tae-won verdeutlichte die immense Nachfrage mit einem persönlichen Detail: Bei jedem Abendessen mit Jensen Huang laute die einzige Bitte more chips.

Exklusives Forschungslabor: NVIDIA und KAIST gründen KI-Joint-Venture

Ein zentrales Ergebnis des Gipfels ist die Gründung eines gemeinsamen KI-Forschungslabors zwischen NVIDIA und dem Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST). An der Kim Jaechul Graduate School of AI in Seoul entsteht damit die erste Kooperation dieser Art zwischen einer koreanischen Universität und einem globalen Technologieunternehmen.

Das Labor konzentriert sich auf die Entwicklung von Agentic AI für den südkoreanischen Markt und darüber hinaus. Dazu kombiniert es NVIDIAs Full-Stack-KI-Expertise, die Nemotron-Open-Models sowie Cloud-Computing-Ressourcen mit der wissenschaftlichen Exzellenz der KAIST. Ziel ist ein robustes akademisches Forschungsprogramm, das die nächste Generation von KI-Anwendungen vorantreibt.

NVIDIA Campus-Besuch und strategische Begegnungen

Im Rahmen der Veranstaltung führte Jensen Huang eine Delegation koreanischer Spitzenmanager durch das NVIDIA-Hauptquartier in Santa Clara. Samsung-Chef Lee Jae-yong, Hyundai-Chef Euisun Chung und NAVER-Gründer Lee Hae-jin besichtigten das Endeavor-Gebäude, dessen architektonische Gestaltung an die Dreiecke der modernen Computergrafik erinnert.

SK Group und NVIDIA vertiefen ihre Partnerschaft

Am Vorabend des Summits kamen Huang, SK-Group-Chef Chey Tae-won sowie Vertreter von SK hynix, SK Telecom und NVIDIA zu einem gemeinsamen Abendessen in Woodside, Kalifornien, zusammen. Das Treffen markierte den Ausbau der bestehenden Zusammenarbeit zur Co-Entwicklung von Speicherlösungen für NVIDIA-Plattformen in den Bereichen KI-Infrastruktur, Personal AI und Physical AI.

Zudem kündigte SK Telecom im Juni Pläne an, spezifische KI-Infrastruktur für Innovationen in Physical AI und Robotik in Südkorea aufzubauen. Diese Investitionen flankieren die nationalen Bestrebungen, die gesamte Wertschöpfungskette der Künstlichen Intelligenz abzudecken.

Fazit: Südkorea positioniert sich als globaler KI-Motor

Die Botschaft aus San Francisco ist eindeutig: Die KI-Ära entsteht nicht allein in Silicon Valley. Südkorea investiert massiv in Rechenkapazitäten, Bildung und öffentliche Dienstleistungen, um die Vorteile der Künstlichen Intelligenz breitflächig zu verteilen. Mit strategischen Partnerschaften zu NVIDIA, OpenAI und der eigenen Industrieelite schreibt das Land seine Rolle als unverzichtbarer Baustein der globalen KI-Zukunft fest.

Quelle: NVIDIA Blog

Becker Julian