NVIDIA Vera CPU beschleunigt Entwicklung neuer Prozessoren

Die Entwicklung moderner Chips wird immer komplexer. NVIDIA setzt daher auf seine eigene Vera CPU, um kritische Design-Prozesse für künftige CPUs und GPUs zu beschleunigen. Gemeinsam mit den EDA-Spezialisten Cadence und Synopsys erzielt das Unternehmen bereits beeindruckende erste Ergebnisse. Erfahren Sie, wie High-Performance-Computing den nächsten Technologie-Sprung ermöglicht.

Vera CPU im Einsatz für Chip-Design

Moderne Prozessoren erfordern Jahre der Verifikation und Simulation, bevor sie die Fertigung erreichen. Electronic Design Automation (EDA) bildet dabei das Rückgrat der Entwicklung. Während GPUs und KI viele Bereiche beschleunigen, bleiben zentrale Workloads wie Logik-Simulation und formale Verifikation stark von der CPU-Leistung abhängig.

NVIDIA setzt die NVIDIA Vera CPU nun in seinen eigenen EDA-Workflows ein, um diese Engpässe zu adressieren. Das Ziel sind kürzere Verifikationsläufe und mehr Durchsatz bei der Bewertung verschiedener Design-Alternativen.

Partnerschaft mit Cadence und Synopsys

Gemeinsam mit den Industrieführern Cadence und Synopsys optimiert NVIDIA führende EDA-Anwendungen für die Vera-Architektur. In ersten Tests zeigten sich vielversprechende Ergebnisse.

Bis zu 1,5-fache Performance-Steigerung

Die Tests umfassten zwei besonders rechenintensive Anwendungen: Cadence Jasper für formale Verifikation sowie Synopsys VCS für funktionale Simulation. Bei gleicher Kernzahl erzielten beide Tools auf ausgewählten Workloads bis zu 1,5x höhere Performance. NVIDIA arbeitet zudem mit beiden Partnern an weiteren Profiling- und Optimierungsmaßnahmen.

Technische Ausstattung der Vera CPU

Die Vera CPU vereint 88 proprietäre NVIDIA Olympus CPU-Kerne mit einem hocheffizienten LPDDR5X-Speichersubsystem und der zweiten Generation des NVIDIA Scalable Coherent Fabric. Diese Kombination liefert starke Single-Core-Performance, hohe Speicherbandbreite und konsistent niedrige Latenzen.

Das ist besonders wichtig für Workloads, die latenzkritische Aufgaben mit großflächigen Regressionstests verbinden. Schnellere Ausführung ermöglicht es Entwicklern, mehr Iterationen im gleichen Zeitfenster durchzuführen.

Von der Architektur zum fertigen Chip

Nach der Definition von Architektur und Mikroarchitektur beschreiben Ingenieure das Verhalten oft auf Register-Transfer-Level (RTL). Diverse Verifikations- und Implementierungstechnologien transformieren diesen Entwurf anschließend in fertiges Silizium.

Diese Workflows umfassen Logik-Simulation, formale Verifikation, Regressionstests und digitale Implementierung. Verbesserungen im Durchsatz helfen, Probleme früher zu erkennen und teure Iterationen in späteren Phasen zu reduzieren.

Ausblick: Die Zukunft mit Rosa CPU

Die Integration von Vera in NVIDIAs eigene Entwicklungsprozesse spiegelt eine klare Strategie wider: Jedem Workload die passende Computer-Architektur zuordnen. Während GPUs und KI viele Algorithmen beschleunigen, bleiben High-Performance-CPUs essenziell für Simulation und Verifikation.

NVIDIA plant, auf Basis der Vera CPU die nächste Generation Rosa CPU mit Rigel-Kernen aufzubauen. Damit entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf: NVIDIA CPUs helfen dabei, zukünftige NVIDIA CPUs und GPUs zu entwerfen – jede Generation ermöglicht die nächste.

Quelle: NVIDIA Blog

Becker Julian